Das Blog über Rezensionen und Leseeindrücke

"Hector & Hector" von Francois Lelord

Ein Märchen, um unser Kindsein neu zu entdecken

5 Sterne

Eine märchenhafte Erzählung über einen kleinen Jungen, der es sich zur Aufgabe gesetzt hat, die Sorgen des Lebens an seine Gedankenwelt anzupassen.

 

Nicht nur mit Witz, sondern auch Talent geschrieben, beginnt die Geschichte um den kleinen Jungen Hector mit dem weltberühmten Satz "Es war einmal".

Und tatsächlich, es war wirklich einmal. Es war einmal ein kleiner Junge in der Entwicklung, in dessen Gedankewelt wir einen einmaligen Blick werfen können.

So lernen wir nicht nur die Denkweise unserer Kleinen, sondern auch einen Teil unserer Selbst kennen. Wir werden ein wenig wachgerüttelt, nein, wir bekommen sogar einen Wink mit dem Zaunpfahl, weil wir so blind sind und nur das Schlechte im Leben sehen, anstatt auch die guten Seiten wahrzunehmen. Unser lieber "Petit  Hector" läuft nämlich, im Gegensatz zu uns, nicht mit Scheuklappen durch die Welt, sondern ist stets aufmerksam und neugierig, warum Sorgen für unser Leben gut sind und warum wir manches tun dürfen und manches nicht. Er wirft Fragen zu Situationen auf, die für uns selbstverständlich sind, dessen Grundgedanke wir aber längst nicht mehr wahrnehmen.

Warum darf man nicht lügen? Wieso gibt es auch eine gute Seite bei Unglücken? Warum darf man anderen Leuten nicht wehtun? 

All dies sind Fragen mit tiefem Hintergrund, über die wir gar nicht nachdenken, weil sie uns beigebracht wurden und wir sie so angenommen haben. Aber warum? Warum wird es uns so und nicht anders beigebracht? Gedanken, die uns in unserem Alltag nicht beschäftigen, aber doch so lebenswichtig sind, um in der Gesellschaft zu bestehen. Es ist schon fast eine Reise zum Sinn unseres Daseins. Wozu lernen wir diese Dinge? Diese Angewohnheiten? Fragen über Fragen, werden sie doch mit viel Liebe beantwortet, mit Metaphern für das bessere Verständnis. Sie rütteln uns wach, damit wir darüber nachdenken, woher überhaupt diese Regeln entstanden sind und warum es gut ist, auch das Gute im Leben zu sehen.

 

Mit grandiosem Einfühlungsvermögen und philosophischem Aspekt geschrieben oder eher gezaubert, wurde dieser einzigartige Roman voller Gefühl und Liebe, die das Lesen dieser wunderbaren Geschichte zu einem Vergnügen werden lässt. Kindheitliche Neugier, gepaart mit dem Wissen und der Erfahrung des Erwachsenen, kann es einfach nur eine exzellente Anleitung zum Aufmerksamsein darstellen, die den Leser sicherlich in seinem Alltag beeinflussen wird.

1.8.09 10:56

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